Puppenserie | Doll series

Lets dance!  Acryl auf Leinwand | Acrylic on Canvas, 80 x 100cm, 2019

Heidi & Robert, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 150 x 120 cm, 2019

„Ich habe nie mit Puppen gespielt“

Meine Inspiration für diese Serie war eine Ausstellung im  Pariser Museum Moulin Rouge im Jahr 2017:  „Black dolls, collection Deborah Neff“.Gezeigt wurden historische, schwarze Puppen, die zwischen 1900 und 1950 entstanden sind. Oft wurden sie von farbigen Nannys die ihr für die von ihnen betreuten (weißen) Kinder genäht. Es sind alles Unikate.

Die Puppen sagen sehr viel über die Zeit aus, in der sie entstanden, über die Gesellschaft und über ihre Stellung in dieser Gesellschaft aus Heute wecken sie neue Assoziation, zum Thema Flüchtlinge., Migration, Fragen der Gleichberechtigung in unserer heutigen Gesellschaft.Manche Menschen denken auch an Voodoo, viele an ihre eigene Kindheit. Es verweisen auch die Titel oft in die Kindheit, wenn es sich um Personen („Hänsel und Gretel) aus Märchen handelt.

 

Warten auf den Prinzen | Waiting for the prince, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 150 x 120 cm, 2019

Hänsel und Gretel | Hansel und Gretel, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 150 x 120 cm, 2019

Meine Puppen in meinen Arbeiten sind Stellvertreter, wie alle ihr Vorgänger: die Ziegen, die Sessel, die Hunde… Man kann mit den Puppen leichter Geschichten erzählen, Gedanken, Beziehungen oder Gefühle zum Ausdruck bringen oder Kritik üben, als es mit realen Personen möglich wäre. So gab es auch in der „Ziegenphase“ den Sündenbock oder ein Unschuldslamm…

Ich selbst habe nie mit Puppen gespielt. Es ist insofern das erste Mal, dass ich mich Ihnen annähere, sie haben mich gefangen genommen mit ihren schönen Ästhetik, ihren historischen Kleidern, ihrer Lebensechtheit, der handwerklichen Qualität oder auch Unzulänglichkeiten, der Privatheit ihrer Ausfertigung. Die Puppen der Sammlung waren nicht, wie heute üblich Babys, sondern Menschen aller Altersstufen. So kann das Spiel mit den Puppen nicht (nur)  als eine Konditionierung von Mädchen auf ihre spätere Rolle als Mutter verstanden werden.

 

Dummkopf | Fool, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 120 x 100 cm, 2019

 

Working class, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 100 x 80 cm, 2019

Freunde | Friends, Arcyl auf Leinwand | Acrylic on canvas, 100 x 80 cm, 2019

Meine Interpretationen, meine Übertragung auf die heutige Gesellschaft soll allgemeingültig sein, kann zwar als eher sanfte Gesellschaftskritik zu verstehen sein, soll aber auch von den Beziehungen der dargestellten Protagonisten untereinander leben und es soll vor allem einfach gute Malerei sein.(Die lautet Meinung einiger ja rein männlich zu sein scheint.)

Die Puppen der Sammlung waren nicht, wie heute üblich Babys, sondern Menschen aller Altersstufen. So kann das Spiel mit den Puppen nicht (nur)  als eine Konditionierung von Mädchen auf ihre spätere Rolle als Mutter verstanden werden.

Es gibt junge und alte Frauenpuppen, männliche Puppen, tanzende, fröhliche, traurige, hässliche… die gesamte damalige Gesellschaft ist in der Sammlung vertreten… Viele Puppen wirken sehr lebendig, als ob sie gerade tanzen würden oder aus der Werkstatt kämen….

Vielleicht war es das was diese Ausstellung so besonders gemacht hat.

Genauso wie die Puppen aus gefundenen Material gemacht worden sind, habe ich bei vielen Leinwänden auf mehrfarbige Grundierungen, auf Muster oder auf ältere, halbfertige oder übermalte Bilder gearbeitet, welche das Bild verfremden, eine Materialhaftigkeit hinzufügen, das „gefundene / zufällige“ wiedergeben… so wie es bei den Puppen der gefundene Stoff war…

Manche Köpfe sehen niedlich aus, lustig, manchmal fehlen den Puppen die Köpfe. Manchmal brauchten die Puppen keine Köpfe.

Oft finden sich auf den Bildern Reifenspuren, die Puppen oder ihre Köpfe sind überrollt Punkt überfahren. Vielleicht ist es ein Zeichen unserer Zeit vielleicht nur ein Muster als Stoff für die Kleider… Die Bewegungen der Puppen sind überzeichnet, ausdrucksstark. Sie reden zu uns.

Sinnbildlich verkörpern sie das Ungesagte, das Unsagbare.

Was haben sich die weißen Kinder gedacht, als mit den schwarzen Puppen gespielt haben?

Waren die Puppen Freunde oder waren sie Nigger? Im Begleittext zur Ausstellung stand jedenfalls, dass die farbigen Kinder die weißen Puppen lieber hatten…

Vielleicht werfen die Bilder der Puppenserie mehr Fragen auf, als sie beantworten. Und das ist gut so.